
Guten Morgen Ihr Lieben,
mein neuestes Wohlfühlprogramm geht im wahrsten Sinn des Wortes an die Wurzeln zurück: ein Stück Feldboden, von dem ich mich gerne trainieren lasse.
Pünktlich um 17.00 wird das Fahrrad mit zwei Giesskannen beladen - mein Hund ist überzeugt, mit diesem neuen Tier betrogen zu werden. In leidenschaftlicher Konkurrenz zum Drahtesel, galoppiert er neben mir Richtung Dorffelder.
Die Existenz dieser Felder war mir nicht bekannt - mein Herz hüpfte in eigenartiger Grundbesitzerinnen Laune, als ich davon erfahren habe. Eine in schwarz gehüllte Frau - sie war nicht der Tod oder sowas in der Art, sondern eine unserer lieben Nachbarinnen, die wohl in (un)geduldiger Erwartung des Ablebens ihrer Gatten, Zeit ihres Lebens schwarz tragen. Kopftücher tragen sie auch, aber bei uns regt sich da keiner drüber auf. Wie mir scheint ist am Land das eine oder andere herzlich weniger aufregend, als in der Stadt.
Also eine dieser schwarzen Engel klopfte mir ans Ohr. Ob ich denn nicht mal die Brennessel von ihrem Nachbarfeld entfernen möchte - sie steht sichs da gar nicht drauf?! Unliebsame Flugsamen und so. Gut, dass burgenländisch nicht meine Muttersprache ist, weiß ich, aber so gar nix verstehen?
Sie lotste mich also raus auf die Felder - wow - in Reih und Glied alles was ich von Iglo kannte! Nur in der Mitte - ein idyllischer Streifen Steppengebiet - igitt - brauch wohl nicht zu sagen - das war mein Streifen. Diese Feldstreifen gehören zu jedem Bauernhaus und werden wohl seit 100eten Jahren bewirtschaftet. Das ist aber kein Spaß, ja! Das ist eine sehr ernsthafte Angelegenheit! Da wird genau geschaut, wer den grössten Salatkopf, den längsten Zucchini, die wildesten Gurken, die höchsten Tomatillos, hat!
Damits auch wirklich fest in die Mukis geht, gibts frisches Fliesswasser - aber aus dem Bach.
Der liebste aller besten Männer, empfahl mir mal mit Ziergras zu beginnen, was ich auch tat - bin ja folgsam. Eine der süssen Frauen am Feld, war über diese exotische Pflanzenwahl sichtlich beeindruckt, hat mir aber verschmitzt ein paar Kürbissamen zugesteckt - zu Tränen gerührt wurden sie sofort liebevoll in meinem Dreck verbuddelt.
Jetzt verbringen Frau Nachbarin und ich die Nächte gemeinsam - kriechend - auf Schneckenjagd. Verstehe, das ist die burgenländische Art um nicht mehr alleine zu sein. Mit mir Wienerin kann mans ja machen.
Einen sportlichen Sonntag wünscht Euch ***Su
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