
Hallo Ihr Lieben,
mein liebstes Hobby, nämlich das Anstarren von Horoskopen, bringt etwas mit sich: mein Vertrauen wächst. Früher vertraute ich in das, was mir andere AstrologInnen erzählten, mittlerweile kann ich das glauben was ich selbst sehe.
Weil mir exakt als Venus meine Sonne küsste, ein hartnäckiger Verehrer verehrt wurde, war ich gespannt, was vor meiner Wohnungstüre liegen würde, sobald die Venus meine Venus berühren würde.
Gibt es hier eine, der gerade ein paar Fragezeichen aufgehen?
Zum Alltagswerkzeug der astrologischen Deutung gehört eine Technik, die "Transit" heisst. Das ist ganz einfach: man zeichnet die Planeten, die gerade am Himmel stehen, über die Planeten die im Moment der Geburt kreisten. Dieses eigentlich simple Bild glotze ich dann über Stunden an und fühle mich in die Planeten ein.
In den letzten Tagen nahm Venus exakten Kurs auf meine Geburtsvenus und so fragte ich mich eben: Wie geht es denn so einer Venus im Steinbock? Liebesbekundigungen (Venus) unterm Gipfelkreuz (Steinbock)? Eine herzhafte Umarmung (Venus) mit einem Kühlschrank (Steinbock)? Eine Vorliebe (Venus) für schwarzes Leder (Steinbock)? Schöne, neue (Venus) Zähne (Steinbock)?
Das Leben zeigt's wie immer. Es ist vielfältiger als meine begrenzte Astrologinnenphantasie.
Just am Abend als die Venus am gleichen Grad wie zu meiner Geburt verharrte, machte ich meinen jahrelang gereiften Entschluss wahr, das Wiener Frauencafe zu besuchen.
http://www.frauencafe.com

Bezeichnender Weise war es der Valentinstag, der an diesem Ort logischer Weise ValentinAtag heisst und mit viel ehrlicher Wertschätzung zelebriert wird.
http://www.frauencafe.com
Bezeichnender Weise war es der Valentinstag, der an diesem Ort logischer Weise ValentinAtag heisst und mit viel ehrlicher Wertschätzung zelebriert wird.
Beim Eintreten war ich erst mal baff. Sowas von leer.
Irgendetwas erinnerte mich an einen Imitat Leopardenmantel, der mal DAS Statement war - es auch wieder ist, aber erst aus der Bügelmaschine der bewegten Vergangenheit geschüttelt werden müsste.
Sobald sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, war es so leer dann gar nicht. Da war die Origami faltende Thekenfrau, da war die phosphoriszierende Schriftstellerin, die sowas von erleuchtend war, da war der Flohmarkt, der einfach nur wartete und traurig Flöhe im Finsteren verschwinden liess, da war Judith, die die Elektrik hätte reparieren können, aber heute nicht wollte.

Da war die maisgelbe Zimmerdecke, die vor Jahren so hip war und den Frauen immer schon auf den Kopf fiel und da war die Freude am Frau sein, die so stark war, dass es erotisch knisterte.
Es war ja ValentinAtag und deshalb hatte jede Frau etwas eingepackt was genauso schnell hervorgezaubert werden konnte, wie den Mut, den es braucht um für Gleichbehandlung zu kämpfen. Die Energie dafür ist gerade an der Steckdose, doch kaum fragt jemand danach leuchtet das grüne Lämpchen!
Die Thekenfrau faltete still Vögel für die Schriftstellerin, die Flügel mag, für mich, ohne je ein Wort aneinander verloren zu haben, faltete sie Sterne - große und kleine.
Weil ich die Schriftstellerin für ihre Wortkreationen sofort in Herz und Hirn schloss, packte sie erst ein rotes Schoki für mich aus - um mir dann ihren mit Preisen ausgezeichneten Gedichteband handsigniert über die Theke zu schieben.
Venus (Frau) trifft Venus (Frau) - so genau nehmen es meine Sterne - sie amüsieren sich über mich und ich liebe sie.

Eine weibliche Woche wünsche ich Euch ***Susanne
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