Der 21 Geburtstag war eine Party.
Beim Warten auf das Auto rutschte sie mit Blumen verziert die Hauswand runter. So schlecht war das nicht, auch wenn ihr dabei schlecht wurde. Ein blöder Nebeneffekt den es auszumerzen galt. Durch Trinkübungen würde sich das einrenken. Sie musste nur konsequent dran bleiben. Konsequenz und Disziplin braucht es im Leben, sonst würde sie zu nichts kommen.
So ein Sektchen am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen.
Ihr sozial nicht besonders kompatibles Wesen wurde aufgeweicht. So wie es schon die Mutter gerne sah: “Kind sei ein bisschen weicher, sonst wollen dich die Männer nicht. Geheiratet werden die anderen.” Wer diese anderen waren blieb unbesprochen im Mädchenzimmer stehen. Sie konnte diese herumhängenden Frauengestalten förmlich riechen. Ihre Schönheit, ihre warmen, anpasssungsbereiten Körper, ihre gebrochenen Knochen und Egos.
Die Mama hatte es nur gut gemeint. Sie liebte ihr Kind, wie Mütter ihre Töchter lieben.
Die Männer wollten sie tatsächlich nicht. Zumindest nicht so wie sie Männer wollen sollte.
Da sollte einer für sie da sein. Einer, der ihr in sklavischer Hingebung Haus, Auto und ewige Schönheit sichern würde. Dieser eine da, für den sie alles aufgeben durfte.
Zuerst warfen die Männer die Mama weg und dann die Tochter. Immer in dieser Reihenfolge, niemals umgekehrt was für eine gewisse Ordnung sorgte. Ordnung war auch sehr wichtig, für das Gemocht werden.
Die Männer fanden ihr blondes Haar schön, ihren Mund und einiges drumherum war multifunktional einsetzbar. Was sie nicht mochten war ihr Kopf und das was sie da drinnen fabrizierte . Am wenigsten mochten sie ihren messerscharfen Verstand . Der war alkoholfrei kaum auszuhalten. Erschreckt fühlten sie sich gezwungen am Blondhaar zu reißen, auf den roten Mund zu schlagen, wenn sie ihre Kopffabrikate ins Muster der Tapete sprach.
An diesem 21. Geburtstag wußte sie davon noch nichts. Sie hielt ihr Blondhaar hin und die Gedanken sprudelten beim Mundtor raus. Noch glaubte sie an sich. Zumindest ein bisschen. An das was sie für Liebe hielt und so heiratete sie einen, der versprach ihr jede Verantwortung abzunehmen. Immer würde er für sie mitdenken - das gefiel auch der Mama.
Der Gatte zeigte ihr wie das Trinken geht.
Er lebte es vor und sie machte nach. Sein Leben sollte auch ihres sein. Seine Freunde waren ja auch ihre Freunde, was mit Wodka zu tun hatte. Es war nicht schick wenn er mit zerrissenen Hosen heim kam, doch es machte Eindruck! Den dreckigen Anzug hatte er sich beim Verteidigungsfeldzug seiner Männlichkeit geholt, das musste belohnt und durfte keinesfalls kritisiert werden . Die Mama tröstete: “So sind sie, die Männer, da müssen wir alle durch - aber er liebt dich Kind, obwohl du so bist!”
Männliches eindrücken war nüchtern unerträglich für sie - angeschickert sah das anders aus. Da erweiterte sich ihre Sichtweise auf ein Minimum. Minimum - die richtige Dosis von Sicht um Familiensinn entwickeln zu können. Bei klarem Verstand funktionierte Familie nämlich nicht so wie sie gedacht hatte. Nicht einmal die Hortensien blühten nach ihrem Diktat, vom Haushaltsgeld ganz zu schweigen.
Familie - die kleinste Einheit einer blühenden Gesellschaft! Das stand auf einem Plakat und unsichtbar auf ihre Stirne tätowiert. Las sich wie: "Familie - die Brutstätte einer kranken Welt "- aber nur wenn sie mit Brille hinschaute. Wenn sie ein Auge zudrückte, einen ähnlichen Effekt löste ein Gläschen vom Tafelwein aus, dann las sie fehlerfrei : “es gibt nichts Schöneres als mit einem Baby am Arm einen Mann glücklich zu machen.”
Mit dem Babybild lebte es sich unauffälliger als mit der Brutstättenphantasie. So nahm das Heil seinen Lauf:
Aufwachen, Gehirn schaltet "On", Alkohol, Gehirn "Off"
Familie - die kleinste Einheit einer blühenden Gesellschaft! Das stand auf einem Plakat und unsichtbar auf ihre Stirne tätowiert. Las sich wie: "Familie - die Brutstätte einer kranken Welt "- aber nur wenn sie mit Brille hinschaute. Wenn sie ein Auge zudrückte, einen ähnlichen Effekt löste ein Gläschen vom Tafelwein aus, dann las sie fehlerfrei : “es gibt nichts Schöneres als mit einem Baby am Arm einen Mann glücklich zu machen.”
Mit dem Babybild lebte es sich unauffälliger als mit der Brutstättenphantasie. So nahm das Heil seinen Lauf:
Aufwachen, Gehirn schaltet "On", Alkohol, Gehirn "Off"
Das Rosa im Kopf nahm rasant zu und verdrängte das Grau. Das spürte die Umwelt und freute sich. “Kind, endlich wirst du weicher”, sagte die Mama. Klar das Kind war ja auch weich. Weichgesoffen.
Das Weiche kuschelte sich an, lallte unverständlich, was wie ein Akzent klang- so herzig! Die Zunge wurde geschmeidig was dem Mann gut gefiel. Die Geistesblitze blieben ihr im Magen stecken, was nur noch zu eigener Verletzung führte. Selbstverstümmelung - ein gerne gesehenes Hobby bei Frauen. Kostet wenig, braucht keinen Platz und macht keinen Lärm. Das war fein, endlich hatte sie verstanden wofür ihr Verstand da war.
Zum Tod machen - und zwar sich selber.
Mundtot macht schönes Morgenrot.
Sie durfte mitfliegen in das Plakat von der blühenden Gesellschaft. So brav wie sie trank, das schrie nach Belohnung. Zurückgelassen wäre sie mittlerweile sowieso verloren gewesen. Kein eigenes Geld, den Verstand versenkt, der Gatte im Ausland. Sie hätte nicht einmal Brot einkaufen können - oder Wein. Der Plan Wasser in Fisch zu verwandeln wäre erfolgversprechender gewesen!
Bis in die Dominikanische Republik brachte sie ihre Bravheit. All Inclusive!
Eine einmalige Erfahrung. Die Getränke waren schon bezahlt. Rum bis zum Abwinken. Im Kaffee, im Wasser im Cola. So schön war es dort.
Der Gatte sah sich um. Holte sich Guster und aß zu Hause. Ausdauernd und schmerzhaft. Er wollte erleben was er gesehen hatte. Nur sie - die eigene Frau - war im Preis inbegriffen, jede andere wäre dann doch ein kleines Extra gewesen. Soetwas hatte er aber nicht notwendig. Er holte sich was er brauchte, was sein angetrautes Recht war. Er war ein guter Gatte - treu! In der Nacht waren alle Katzen schwarz, mann musste ihnen bloss sagen wie sie zu lecken hätten.
Ein Schlückchen mehr brauchte sie schon, sonst hätte sie geschrien. Nie aus Lust, oft aus Frust.
Wieder zu Hause zerbrach nicht nur die Ehe sondern auch ihr Jochbein.
Das Weiche kuschelte sich an, lallte unverständlich, was wie ein Akzent klang- so herzig! Die Zunge wurde geschmeidig was dem Mann gut gefiel. Die Geistesblitze blieben ihr im Magen stecken, was nur noch zu eigener Verletzung führte. Selbstverstümmelung - ein gerne gesehenes Hobby bei Frauen. Kostet wenig, braucht keinen Platz und macht keinen Lärm. Das war fein, endlich hatte sie verstanden wofür ihr Verstand da war.
Zum Tod machen - und zwar sich selber.
Mundtot macht schönes Morgenrot.
Sie durfte mitfliegen in das Plakat von der blühenden Gesellschaft. So brav wie sie trank, das schrie nach Belohnung. Zurückgelassen wäre sie mittlerweile sowieso verloren gewesen. Kein eigenes Geld, den Verstand versenkt, der Gatte im Ausland. Sie hätte nicht einmal Brot einkaufen können - oder Wein. Der Plan Wasser in Fisch zu verwandeln wäre erfolgversprechender gewesen!
Bis in die Dominikanische Republik brachte sie ihre Bravheit. All Inclusive!
Eine einmalige Erfahrung. Die Getränke waren schon bezahlt. Rum bis zum Abwinken. Im Kaffee, im Wasser im Cola. So schön war es dort.
Der Gatte sah sich um. Holte sich Guster und aß zu Hause. Ausdauernd und schmerzhaft. Er wollte erleben was er gesehen hatte. Nur sie - die eigene Frau - war im Preis inbegriffen, jede andere wäre dann doch ein kleines Extra gewesen. Soetwas hatte er aber nicht notwendig. Er holte sich was er brauchte, was sein angetrautes Recht war. Er war ein guter Gatte - treu! In der Nacht waren alle Katzen schwarz, mann musste ihnen bloss sagen wie sie zu lecken hätten.
Ein Schlückchen mehr brauchte sie schon, sonst hätte sie geschrien. Nie aus Lust, oft aus Frust.
Wieder zu Hause zerbrach nicht nur die Ehe sondern auch ihr Jochbein.
Was war passiert?
Er hatte sich zur goldenen Nase ein neues Blondmodell verdient.
Karriere- und trinktechnisch weit abgeschlagen, blieb sie benommen liegen.
Seine Funktionsfähigkeit war am Höhepunkt angelangt. Segelnde Geschäftstaktiken, whiskey versiegelte Unterschriften, Blondinchenpopotschi backbord. So ein Mann, so ein Mann! Wer sich morgen noch an etwas erinnerte war ein Verräter. Was zählte das gestern, er lebte in der Zukunft nicht im Stillstand. Neuer Familienstand: ledig.
Sie war geschieden.
Ihre Funktion wurde als eingeschränkt attestiert, als sie eines ihrer schönen Kinder mit verschiedenen Sneakers im Kindergarten abstellte. An die Verantwortlichkeit eines Vaters war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu denken.
Denn natürlich wussten es schon alle.
Als Ehefrau und Mutter funktionierte sie einfach nicht richtig! Der arme Mann, was sollte er mit so einer auch anfangen? Ihr Blond war immer brünetter geworden und der Busen war echt! Sie ließ sich einfach nicht silikonisieren - kein Wunder, dass sie nicht mit segeln durfte!
Der von ihr in Betracht gezogene Entzug wurde im Prosecco erfolgreich ertränkt. Der wäre zu gesund gewesen. Irgendwie musste es ja weitergehen.
Er hatte sich zur goldenen Nase ein neues Blondmodell verdient.
Karriere- und trinktechnisch weit abgeschlagen, blieb sie benommen liegen.
Seine Funktionsfähigkeit war am Höhepunkt angelangt. Segelnde Geschäftstaktiken, whiskey versiegelte Unterschriften, Blondinchenpopotschi backbord. So ein Mann, so ein Mann! Wer sich morgen noch an etwas erinnerte war ein Verräter. Was zählte das gestern, er lebte in der Zukunft nicht im Stillstand. Neuer Familienstand: ledig.
Sie war geschieden.
Ihre Funktion wurde als eingeschränkt attestiert, als sie eines ihrer schönen Kinder mit verschiedenen Sneakers im Kindergarten abstellte. An die Verantwortlichkeit eines Vaters war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu denken.
Denn natürlich wussten es schon alle.
Als Ehefrau und Mutter funktionierte sie einfach nicht richtig! Der arme Mann, was sollte er mit so einer auch anfangen? Ihr Blond war immer brünetter geworden und der Busen war echt! Sie ließ sich einfach nicht silikonisieren - kein Wunder, dass sie nicht mit segeln durfte!
Der von ihr in Betracht gezogene Entzug wurde im Prosecco erfolgreich ertränkt. Der wäre zu gesund gewesen. Irgendwie musste es ja weitergehen.
Sie entschied sich für Botox. Die innere Querschnittlähmung sollte auch im Aussen sichtbar sein. Sie hießte die weiße Flagge in ihrer faltenfreien Auslage. "Habt keine Angst, ich denke nicht!"
Jetzt wo sie unbemannt durchs Leben schiffte, konnte sie sich weder Alter noch Persönlichkeit leisten. Bei Bewusstsein hätte sie die Kombination aus physichem und psychischem Schmerz nie und nimmer ertragen. Prost! Auf mich und meine neue Freiheit, dachte sie.
Langsam fand sie wieder ins Leben. Innen und aussen stillgelegt, wider jeder natürlichen Regung kam sie ihrem Lebenstraum wieder näher.
Sie begann sich online durch die Verliererwelt zu daten. Hochpreisig getunt wie ein GTI röhrte sie durch die Regale des Onlinesupermarktes. Ihr Blondhaar schimmerte gekünstelt, die Acrylnägel waren qualitativ so wertvoll wie ein Film im Votiv Kino. Sie hielten der dicksten Akademikerhaut stand. Egal welcher Pelz auf Brust und Schultern wucherte, unwichtig was vom Nagel verlangt wurde - er hielt! Das war jeden Euro wert, denn mit dem Alter wussten ihre Lover immer genauer was sie wollten. In ihrem Alter durfte sie sich nicht mehr spielen, sie musste froh sein Spielgefährtin sein zu dürfen.
Jetzt wo sie unbemannt durchs Leben schiffte, konnte sie sich weder Alter noch Persönlichkeit leisten. Bei Bewusstsein hätte sie die Kombination aus physichem und psychischem Schmerz nie und nimmer ertragen. Prost! Auf mich und meine neue Freiheit, dachte sie.
Langsam fand sie wieder ins Leben. Innen und aussen stillgelegt, wider jeder natürlichen Regung kam sie ihrem Lebenstraum wieder näher.
Sie begann sich online durch die Verliererwelt zu daten. Hochpreisig getunt wie ein GTI röhrte sie durch die Regale des Onlinesupermarktes. Ihr Blondhaar schimmerte gekünstelt, die Acrylnägel waren qualitativ so wertvoll wie ein Film im Votiv Kino. Sie hielten der dicksten Akademikerhaut stand. Egal welcher Pelz auf Brust und Schultern wucherte, unwichtig was vom Nagel verlangt wurde - er hielt! Das war jeden Euro wert, denn mit dem Alter wussten ihre Lover immer genauer was sie wollten. In ihrem Alter durfte sie sich nicht mehr spielen, sie musste froh sein Spielgefährtin sein zu dürfen.
Sie war jetzt ein großes Mädchen, ihr schönes Leben hatte sie zu dem Unschönen gemacht was sie jetzt war. Schliesslich und endlich sagte schon die Mama in aller Liebe: “Wer schön sein will muss leiden”
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